Und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende.

In den letzten Tagen war es sehr ruhig hier. Nicht, dass ich untätig gewesen wäre. Nein! Ich habe Blogposts begonnen, sie aber nicht zu Ende geschrieben, weil es sich falsch angefühlt hat. Habe unzählige Outfits fotografiert, die es bis jetzt nicht hierher geschafft haben, weil es sich falsch angefühlt hat. Weil der richtige Zeitpunkt dafür noch nicht gekommen ist. Ich habe manchmal diese Phasen, da bin ich lustlos, schlecht gelaunt und eine richtige Zicke. Einen richtigen Grund gibt es dafür kaum, wenn überhaupt sind es tausende verschiedene Dinge, die mir dann im Endeffekt grundlos den Tag vermiesen.

Ein Faktor, der auf jeden Fall maßgeblich zu meiner Laune beiträgt ist, dass ich mich immer mit anderen vergleichen muss. Und manchmal steigt man in diesem inneren Verglich ganz gut aus, aber manchmal eben auch nicht. Dann beginnt man an sich selbst zu zweifeln, alles in Frage zu stellen usw… Wir alle kennen das. „Hör auf dich mit anderen zu vergleichen!“ – Dieses Mantra bete ich an solchen Tagen hunderte Male vor mich hin. Ob es etwas hilft? Ich kann es nicht sagen.

Ich weiß nur, dass ich an Karma glaube. Viele Menschen glauben an Gott, ich glaube gewissermaßen an Karma, beziehungsweise an meine Definition von Karma. Wobei der Begriff „glauben“ für mich zu überspitzt formuliert ist. Ich glaube nicht, dass es Karma gibt, ich hoffe es. Ich hoffe, dass Menschen, die Gutes tun, Gutes widerfährt und Menschen, die Schlechtes tun, dies ebenso geschieht. Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Dennoch ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich mich mit anderen vergleiche oder mich frage, wieso ich scheinbar kein Glück habe. Sei es in beruflichen, gesundheitlichen oder familiären Fragen. Wieso fällt manchen Menschen scheinbar alles in den Schoß, während andere hart für etwas arbeiten und trotzdem nichts erreichen?

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Tja, und hier kommt für mich das Karma ins Spiel. Ich denke sehr wohl, dass sich harte Arbeit irgendwann lohnt. Womöglich nicht gleich, jetzt und sofort, aber irgendwann. Dass Menschen, die jahrelang vom Unglück geplagt sind, irgendwann zur Ruhe kommen und ihr Traum in Erfüllung geht. Der Sechser im Lotto oder der neue Mensch in deinem Leben, der plötzlich alles zum Positiven zu wenden scheint. Das ist für mich Karma. Dass alles im Leben einen Grund hat und sich harte Arbeit irgendwann rentiert. Und wenn ich ehrlich bin, hatte ich schon ziemlich viel Glück in meinem Leben! Ich bin in 8 Jahren Gymnasium nie sitzengeblieben, obwohl ich jedes Jahr knapp davor war, dennoch habe ich es immer irgendwie geschafft. Glück war für mich auch, dass ich in letzter Sekunde doch noch meinen gewünschten Studienplatz bekommen habe. Glück ist für mich, wenn ich abends nach Hause komme und mein Hund sich wie wild auf mich freut. Das sind alles Tatsachen, die man sich regelmäßig vor Augen halten sollte und nicht die Dinge, durch die wir uns benachteiligt fühlen!

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Wenn man sein Leben einigermaßen in Balance zwischen Gut und Böse hält, denn man kann nicht immer nur „gut“ sein, dann wird das Leben zu dir auch einigermaßen gut sein. Das ist das, woran ich glaube. Woran ich außerdem noch glaube, ist folgendes Zitat von Oscar Wilde:

Everything is going to be fine in the end.
If it’s not fine it’s not the end.

Das ist ein Spruch, der für mich einen großen Wert hat. Dennoch sollte ich mir diese Worte viel öfter zu Herzen nehmen. Wenn ich mich wieder einmal über etwas grundlos aufrege oder mich in etwas hineinsteigere, was dann überhaupt nicht so ist. Wenn ich nachts nicht einschlafen kann, weil ich über Dinge nachdenke, über die ich mir eigentlich nicht den Kopf zerbrechen sollte, weil es sinnlos ist. Dann sollte mir einfallen, dass am Ende alles gut wird. Doch das zu erkennen, ist nicht immer leicht!

Letztendlich gibt es dann noch die Menschen, denen scheinbar nur Gutes widerfährt, die jeden Tag aufs Neue perfekt sind. Entweder, weil sie sich selbst so darstellen und die schlechten Dinge gekonnt verbergen, oder weil sie einfach wirklich mit viel Glück gesegnet wurden. Die Kunst besteht jedoch darin, nicht eifersüchtig auf das Glück anderer Menschen zu sein, sondern sich mit ihnen zu freuen. Mit ihnen zusammen glücklich sein.

Und das ist eine Lektion, die auch ich noch lernen muss.

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